Mendels genetischer Garten

  Der denkmalgeschützte Garten des Augustinerklosters umfasst eine Fläche von beinahe 2 Hektar. Er schließt sich an den westlichen Teil des Refektoriums der Abtei an und ist an der Nord - und Ostseite von einer Einfriedungsmauer, an der Westseite von der Brünner Brauerei und im Süden von einer öffentlichen Straße abgegrenzt.

  Das Hauptziel des Projektes ist eine Erneuerung der Gartenanlage, wo Mendel seine bekannten Versuche durchführte. Der Konsultant für die geplante Erneuerung ist Professor John S. Parker, Direktor des Botanischen Gartens der Universität von Cambridge in England gemeinsam mit Professor Ladislav Havel von der Mendelschen Land - und Forstwirtschaftsuniversität in Brno sowie die Architektin Eva Jiricna.

  Die Zielstellung ist das Schaffen eines neuen Gartens auf dem ursprünglichen Gelände, in dem die Prinzipien der Mendelschen Vererbungslehre auf eine optisch ansprechende und gleichzeitig veranschauliche Art und Weise dargestellt werden sollen. Die Besucher bekommen auch dank der fachlichen Erläuterung eines geschulten Führers die Möglichkeit sich mit der Persönlichkeit G. J. Mendels im weiteren Kontext bekannt zu machen.
  Dieses Vorhaben wird zum attraktiven Angebot für alle Brünner Bürger, aber auch für die zahlreichen Besucher der Stadt, die somit die schöne Umgebung nicht nur zur Erholung, sondern auch zu ihrer Weiterbildung nutzen können.

Phase 1

  Das Projekt wurde im Frühjahr 2003 begonnen. Die Arbeit Mendels wurde mit einer Ausstellung von historischen Arten der Fuchsien - Mendels beliebter Pflanze - gemeinsam mit einigen Beispielen von Mutationsarten seiner Versuchspflanze - der Erbse - vorgestellt.

  Des Weiteren wurde die erforderliche Instandhaltung des Mendelschen Gartens durchgeführt, um der Öffentlichkeit den Zugang zum Mendels Bienenhaus zu ermöglichen.

  Die Erneuerung von Mendels Bienenhaus unter Führung von Dozent Vladimír Ptácek von der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Masaryk - Universität dient der Erinnerung an Mendels Interesse an der Bienenzucht.

  In Zusammenarbeit mit der Abtei, dem Mendelschen Zentrum und den Brünner Bienenzüchtern gelingt es nach und nach auch das Bienenhaus in Ordnung zu bringen. Die Vegetation in unmittelbarer Nähe des Bienenhauses wurde ebenso wie eine alte Umzäunung entfernt. Diese wurde durch einen neuen Zaun und ein Tor ersetzt. Am Bienenhaus selbst wurden das Dach, die Dachrinnen und Regenwasserableitungsrohre erneuert, verfaulte Deckenbalken ersetzt, die Holzverschalung repariert, die Holzsichtkonstruktion sowie die Holzplatten zur Befestigung der Bienenstöcke erneuert und angestrichen, die notdürftige Toilette repariert und gestrichen und der Keller gereinigt. Der Platz vor dem Bienenhaus wurde mit einem Bienenvolk belebt, um welches sich Dozent Ptácek kümmert.

  Das alles machte einen erheblichen Arbeits- und Geldaufwand erforderlich, welcher aber notwendig war, da das Interesse am Bienenhaus bei vielen in- und ausländischen Touristen groß ist: Während der letzten Jahre besuchten diesen Gedenkplatz europäischer Kultur Gäste aus praktisch der ganzen Welt (Japan, Kanada, USA, Israel, England, Deutschland, Österreich, Polen...).

  Die Bienenvölker sind in verschiedenen Typen von Bienenstöcken untergebracht, was auch eine Erforschung der Bienen und das Durchführen von Exkursionen möglich macht. Die Bienen dienen zudem auch als Anschauungsmaterial im Fach der Angewandten Physiologie der Insekten an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Masaryk - Universität.

Phase 2

  Im Jahre 2004 fand zwischen den Studenten der Fachrichtung Gartenarchitektur an der Mendelschen Land - und Forstwirtschaftsuniversität in Brünn ein Wettbewerb statt. Der Sieger beteiligte sich gemeinsam mit der Architektin Eva Jiricná am endgültigen Entwurf. Die Zielstellung war eine architektonische Lösung der gesamten Gartenanlage der Abtei in Hinblick auf das genetische Thema.

Phase 3 - Jahr 2005 und folgende Jahre

Diese Phase bedeutet die Fertigstellung der anschaulichen Teile des Gartens und die schrittweise Umsetzung des ganzen Projektes "Mendels genetischer Garten".

Abhängig von den zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel sollen folgende Anlagen errichtet werden:

1. Anschauungsbeet vor dem Eingang zum Museum. Es handelt sich um eine neue Beetanlage, auf welcher anhand der Entwürfe von Professor Parker von der Cambridge University weiße und blaue Varietten der Staude Linum perenne (ausdauernder Lein) gepflanzt werden. Mit Hilfe dieser Pflanze können sich dann die Besucher ein Bild von den Mendelschen Erbgesetzen machen.

2. Anschauungsbeet auf der Fläche vor der ehemaligen Orangerie, wo Professor Ammerer beabsichtigt die vielfarbige Wildpflanze Anirrhinum (Löwenmaul) anzupflanzen, die als anschauliches Beispiel für den Übergang von dominanten und rezessiven Erbmerkmalen in die weiteren Pflanzengenerationen dienen kann.

Antragsautor: Iva Mlejnková
Fuchsien Ausstellung
Mutante Form der Erbse
Bienenhaus
Bienenstöcke
Plan des Glashauses
1854 Fuchsien-Hybrid