Konferenz
Das Ziel dieses Projektes ist es, den sog. "genius loci", d.h. das unverwechselbare geistige Klima dieses Ortes, an dem Gregor Mendel tätig war, für wissenschaftliche Treffen zu nutzen.
Das Mendel Center bietet zwei Konferenzsäle und einige kleinere Vortragsräume für Seminare und Workshops an. Den Interessenten wird ein Full-Service angeboten - von der Bereitstellung der Konferenzräume, technischer Mittel und der Catering-Dienste über die Unterbringung der Teilnehmer bis hin zum passenden Freizeitprogramm mit einem vielseitigen Angebot an interessanten Zielen in der gesamten Region.
Die erste Konferenz, die im Mendel Center veranstaltet wurde, war das im Mai 2002 organisierte internationale Seminar EMBO unter der Bezeichnung 'Genetics after the Genome'.
Dieses Seminar war dank des breiten Angebotes an verschiedenen thematischen Bereichen einzigartig - es wurden Vorträge zur Zellenbiologie, Genomforschung, zu menschlichen Erbkrankheiten, zur Entwicklung der Menschheit und Bioethik angeboten. Als Vortragende konnten ausgezeichnete Wissenschaftler gewonnen werden - dazu zählten Matthew Meselson, Franklin Stahl, Kim Nasmyth, Laureaten des Nobel-Preises aus dem Jahre 1995 Eric Wieschaus und Christiane Nüsslein-Volhard, sowie der Leiter des Projektes zur Erforschung des menschlichen Genoms Eric Lander. An dieser Konferenz nahmen insgesamt 110 Wissenschaftler teil - sie fand ein positives Echo in der hiesigen und der internationalen Fachpresse.
Das nächste bedeutende Treffen war dann die Konferenz mit dem Thema "Genes and the Heart", die im August 2003 stattfand. Diese Konferenz wurde von der Masaryk Universität in Brno unter der Schirmherrschaft der Tschechischen Kardiologischen Gesellschaft, der Wissenschaftsakademie der Tschechischen Republik und der Slowakischen Akademie der Wissenschaften veranstaltet. Das Symposium wurde in einzelne Vortragsblöcke unterteilt, die sich der genetischen Problematik auf dem Gebiet der Ontogenese, Kardiomyopathie, Hypertonie, der ischämischen Herzerkrankung, der Arhythmie und dem Herzversagen widmeten. An diesem bedeutenden Treffen der Fachleute nahmen insgesamt 58 Wissenschaftler aus aller Welt teil - am meisten vertreten waren Japan und Kanada. Aktiv beteiligten sich auch bekannte Forscher aus Deutschland, Holland, den USA, Frankreich, Großbritannien, Dänemark und Italien. Es war sehr erfreulich, dass außer den weltberühmten Kapazitäten (wie z.B. M. Schneider aus den Vereinigten Staaten oder L. Neyses aus Großbritannien) auch zahlreiche junge und hoffungsvolle Mitarbeiter aus der IKEM, dem Fakultätskinderkrankenhaus in Brno, dem Fakultätskrankenhaus zur Heiligen Anna und der Medizinerfakultät der Masaryk Universität in Brno teilnahmen.
Zum Veranstalter der dritten Konferenz unter dem Namen The Epigenome Network of Excellence Kick-off Meeting, die im September 2004 stattfand, wurde Thomas Jenuwein vom Institut der molekularen Pathologie in Wien.
Die Epigenetik befasst sich mit dem Studium vererbbarerer Veränderungen im Genom, die ohne die Veränderung der DNA-Reihenfolge auftreten. Der Gegenstand des Studiums ist die Erforschung der Rolle des Chromatins beim Wechseln der Genexpression von einer Zelle in die nächste, und wie sich die Genexpression bei der Veränderung einer Zelle in eine andere verändert. Die Epigenetik hilft uns, die menschlichen Krankheiten, Krebserkrankungen, Alterungsprozesse und die Prozesse der Stammzellen besser zu verstehen; sie leistet zudem auch einen großen Beitrag in der Landwirtschaft.
Unter dem Dach der Gesellschaft The Epigenome Network of Excellence werden 25 bereits etablierte und 12 neu gegründete Forschungsgruppen sowie 26 Mitarbeiter aus 10 europäischen Ländern versammelt, die dank der Mittel aus der Europäischen Union in Höhe von 12,5 Millionen Euro zusammenarbeiten können. Diese Förderung umfasst insgesamt 6 Forschungsprogramme zum fortgeschrittenen Epigenetik-Studium, die sich über den Zeitraum von fünf Jahren - von 2004 bis 2009 - erstrecken.
Wir konnten hier 120 Teilnehmer einschließlich der sechs Mitglieder des Scientific Advisory Boards, alle 12 Mitglieder des Teams des The Epigenome Networks sowie einige bedeutende Gäste, wie Clare Matterson und die Redakteure von Nature, Nature Genetics und Public Library of Science, begrüßen.