Die zeitgenössischen Künstler in dieser Ausstellung
Jiøí Šigut,
Zdenìk Sýkora,
Pavel Hayek.
Jiøí Šigut(geboren 1960) [web site]
arbeitet als grafischer Designer, beschäftigt sich mit den konzeptuellen Vorgangsweisen in der Fotografie, lebt in Ostrava
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NATUR FOTOGRAMME, 1994 – 1996
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GRAS II_II, 10.-14. 7. 1996
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ABBILD DER ZEIT IN DER NATUR Jiøí Šigut ist ein Eindruck erweckender und aufmerksamer Beobachter der Natur, der einen ganz persönlichen Weg gefunden hat, wie man das Naturgeschehen und den Zeitablauf einfangen kann. Schöpfer des entstehenden Bildes ist also nicht der Künstler selbst, sondern die eigentliche Natur. Die Fotopapiere, oft auch in größerem Format, überlässt er einige Tage oder auch Wochen der Natur, damit das Bild auf der lichtempfindlichen Schicht durch die Bewegung des Grases, durch das Fallen der Blätter oder durch Wind oder Wasserströmung entstehen kann.
In seinen fotografischen Werken finden wir also nicht nur Formfragmente von Elementen der Natur, sondern auch ein Abbild natürlicher Änderungen der Lichtverhältnisse, von Energieverläufen oder Sternen- oder Mondbewegungen, aber auch von Glühwürmchen und anderen Lebewesen. Wichtig sind auch das persönliche Herantreten des Künstlers und das Erlebnis, wenn er beinahe wie in einem Ritual das Fotopapier auf eine bestimmte Stelle legt und es einige Tage dort liegen lässt.
Der Künstler selbst bekennt: „Ich bin fasziniert von den Möglichkeiten der Fotopapiere, in der Zeit zu arbeiten, Licht und Energie zu absorbieren. Diese Fähigkeit treu abzubilden und das Entfleuchende zu bewahren. Prozesse und Millionen Jahre dauernde Naturkräfte darzustellen, die schon der erste Mensch wahrgenommen hat. Meinen Gefühlen fehlen oft die Worte, aber das Papier hat Bestand mit den unmerklichen Abbildern der Windbewegung, des Wasserflusses, der Bewegung gefallener Blätter... mit dem Abdruck der Welt.“
Zdenìk Sýkora(geboren 1920)
arbeitete als Dozent am Lehrstuhl für bildnerische Erziehung der Philosophischen und Pädagogischen Fakultät der Karlsuniversität in Prag, widmet sich der Malerei und Grafik, lebt in Louny
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100 LINIEN (1. Teil des Albums), Serigrafie, 1995
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100 LINIEN (2. Teil des Albums), Serigrafie, 1995
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IM DIALOG MIT DER NATUR Eines der wesentlichsten Prinzipien des Schaffens von Zdenìk Sýkora ist der Dialog zwischen Ordnung und Zufall. Die Form- und Farbstruktur und auch der kompositorische Rhythmus seiner Bilder entstehen auf der Basis der Festlegung bestimmter Regeln und des Nützens der Zufälligkeit. Wichtig ist, dass die dramatische Beziehung der rationalen Ordnung und der zufälligen Schritte inmitten eines gegebenen Systems ein Computerprogramm steuert. Das Ergebnis stellt dann der Maler dar. Gerade die auf diese Art und Weise geschaffenen Variationen bringen Sýkora´s Werk den Gesetzmäßigkeiten der Natur näher, in dem auch inmitten des gegebenen Systems partielle individuelle Abweichungen entstehen. Zum Beispiel beim großen Bilderzyklus 1994-2004 laufen alle Linien von einem Punkt aus, entwickeln sich aber jedes Mal anders, ähnlich wie bei Pflanzen zwei Exemplare niemals identisch sind.
Pavel Hayek(geboren 1959) [web site]
arbeitet als technischer Assistent für Ausstellungen im Kunsthaus Brünn, widmet sich der Malerei und Grafik, lebt in Brünn
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WINDENBLÄTTER (Diptychon), 1997
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WURZELN, 2003
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STILLE BEOBACHTUNG NATÜRLICHER STRUKTUREN Pavel Hayek schafft seine Malereien durch einfaches Abbilden von Formen verschiedener Naturelemente, wie zum Beispiel Blätter, Früchte oder Wurzeln. Die Leinwandfläche füllt er mit Kolorierungen präziser Konturen dieser Elemente. Form und Rhythmus sind also ein Werk der Natur und kein Werk des Künstlers. Der Schaffende selbst bleibt bewusst nur in der Rolle des demutsvollen Beobachters, der die Formen und Rhythmen lediglich darstellt, die die Natur geschaffen hat.
Durch Anordnung der einzelnen Elemente nebeneinander entsteht eine rhythmische Ordnung, die die natürlichen Gesetzmäßigkeiten kopiert - Größe und Form der Blätter, Rundungen der Früchte, Dichte oder Feinheit der Wurzeln. Der Maler verstärkt lediglich die Wirkung der natürlichen Formenvielfalt durch Einschränkung der Farbdarstellung auf ein schwarz-weißes Abbild. Ein ähnlicher Schaffenstyp sind Fotogramme, bei deren Ausgestaltung die Naturformen auf einer lichtempfindlichen Schicht Fotopapier ausgelegt werden. Durch Belichtung und Entwicklung entsteht ein Bild von natürlichem Rhythmus.
Textautor: Radek Horáèek
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